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Tomaten pflanzen im Frühbeet und Gewächshaus

Tomaten pflanzen im Frühbeet? Nichts leichter als das. Tomatenpflanzen können im Frühbeet angepflanzt werden. Wenn die kleinen Pflanzen aus sprießen, können diese bei Bedarf in ein Gewächshaus oder raus in den Garten gepflanzt werden.

Die Anzucht ist im Frühbeet empfehlenswert, da hierdurch schon im Frühjahr die ersten Sprösslinge kommen können. Sollen die Tomaten an ihrem Ursprungsort bis zum Ende wachsen, empfehlen wir ein Gewächshaus oder ein sehr hohes Frühbeet.

Tomaten säen / selbst ziehen

Die meisten Gartenbesitzer kaufen sich heute kleine Tomatenpflänzchen und ziehen sich diese groß. In diesem Artikel möchten wir jedoch mit dem Tomaten ziehen beginnen. Möchtest du deine Tomaten selbst säen und dann ziehen, brauchst du zunächst Tomatensamen. Hierbei kannst du entscheiden welche Tomatensorten du möchtest. Ist die Entscheidung gefallen, geht es an die Aussaat der Tomaten. Am besten in einem Frühbeet, Gewächshaus oder Zuhause auf dem Fensterbrett direkt über einer Heizung.

Jeder kann Tomaten pflanzen und dazu braucht es keinen grünen Daumen, sondern nur ein bisschen Fleißarbeit. Die Tomatensamen kommen in einen kleinen Becher aus Styropor oder Kunststoff. Am Boden sollte das Gefäß Löcher haben damit Staunässe keine Chance hat. Im Baumarkt oder online gibt es auch Anzuchtschalen, die wunderbar für die Tomatenaufzucht geeignet sind.

Tomaten können im Frühbeet oder Gewächshaus bereits ab März gesät werden. Die Temperaturen tagsüber sind durch die herauskommende Sonne bereits angenehm warm. Ein gutes Frühbeet heizt sich im März bei 10 Minuten Sonne schon problemlos auf 20 bis 25 Grad auf. Das Licht aus für die Aufzucht bereits optimal. Verfügt das Frühbeet oder Gewächshaus nicht über eine eigene Heizung, sollten die Tomatenpflanzen in den Nächsten noch ins warme Haus gestellt werden. Alternativ bieten sich im Frühbeet Heizstrahler (ohne Licht) und im Gewächshaus bei Bedarf Gasheizungen an.

Tomatensamen setzen

Die Samen kommen in den Behälter, der ca. 5 cm hoch mit Anzuchterde gefüllt ist. Jeder Behälter enthält nur eine Tomatenpflanze. Für diese wird ein ca. 5 mm tiefes Loch in die Erde gedrückt, wo dann das Samenkorn eingesetzt wird. Anschließend wird das Loch mit Erde verschlossen.

Alle Behälter müssen nun konsequent feucht gehalten werden. Hierfür bietet sich eine übliche Sprühflasche an, mit der das Wasser über die Behälter gesprüht wird, als würde es permanent Nebel haben. Im Normalfall gehen die Samen bereits nach einigen Tagen auf. Es erscheinen zunächst ein bis zwei kleine grüne Blätter. Hierzu muss die Erde aber anfangs mehrfach am Tag befeuchtet werden. So lange nur die beiden ersten Keimblätter sichtbar sind, wird an der Pflege der künftigen Tomaten nichts verändert.

Erst wenn das dritte Blatt kommt, sollten Tomatenpflanzen in einen größeren Pflanztopf umgesiedelt werden. Wieder gilt: eine Pflanze pro Topf. Die Pflanzen können auch noch länger in den Aufzuchtgefäsen bleiben. Dadurch werden sie für die Umsetzung in größere Töpfe noch robuster.

Tomaten pflanzen Anleitung

Kommen die Tomaten in einen neuen Topf, sollte dieser mindestens 8 bis 10 cm Durchmesser haben. Die kleinen Tomatenpflanzen werden in diesem Topf nun bis Ende Mai weiterhin regelmäßig befeuchtet damit die Erde nie austrocknet. Tomaten sollten nicht wie Blumen gegossen, sondern immer nur besprüht werden. Wenn die Tomaten nicht im Gewächshaus bis zur Ernte gezüchtet werden, dann dürfen sie erst ab Ende Mai raus in den Garten. Nach den Eisheiligen droht normalerweise kein Nachtfrost mehr. Dann überstehen die Tomaten den Rest der Saison im Freien.

Tomaten pflegen

Die Witterung ist für Tomaten ein großes Thema. Sie sind sehr anfällig für schlechtes Wetter und sollten deshalb geschützt werden. Viele Hobbygärtner verwenden ein Foliengewächshaus für Tomaten, sofern kein festes Gewächshaus vorhanden ist. Tomaten können aber auch allein im Freien wachsen. Niedrige Temperaturen erschöpfen die Pflanzen. Schädlinge fallen gerne über Tomatenpflanzen her. Es hilft, wenn über die Tomatenpflanzen eine transparente Folie als Dach gespannt wird. Sonnenlicht kommt weiterhin durch und Luft gelangt von allen Seiten an die Pflanze.

Um das Wachstum zu fördern sollten Tomatenpflanzen immer auf nährstoffreicher Erde wachsen. Für Tomaten muss Erde nicht gedüngt werden, sofern diese bereits reichhaltig mit Nährstoffen versorgt ist. Tomatendünger ist im Zweifel aber immer schnell im Fachmarkt gekauft. Damit die Pflanze ungehindert nach oben wachsen kann, solltest du Tomaten zum einen ausgeizen (dazu im Abschnitten Tomaten ausgeizen mehr) und zum anderen an einem Stab festbinden. Für den optischen Mehrwert eignen sich Bambusstäbe gut. Alternativ tun es auch Kunststoff- und Metallstäbe. Vor allem dann, wenn die Tomatenpflanzen Früchte tragen, ist Stabilität unerlässlich.

Tomaten ausgeizen

Tomaten haben das Talent, sich eher in die Breite zu entwickeln und immer mehr Triebe sprießen zu lassen. Für das Wachstum und Gesamtergebnis ist das schlecht. Tomatenpflanzen sollten starke Äste und einen dicken Stamm bekommen und in die Höhe gehen. Zwar bilden sich auch an ungepflegten Tomatenpflanzen Früchte, doch bleiben diese im Vergleich eher klein. Teilweise wird die Frucht nicht mal richtig reif. Zu buschige Tomatenpflanzen fehlt es häufig an ausreichend Stabilität und sie brechen. Statt die Pflanze an allen Enden zu stützen, solltest du die Tomaten ausgeizen.

Tomaten ausgeizen bedeutet, es werden junge Triebe am Stamm entfernt, damit der Stamm größer und stärker wird. Zudem kann die Pflanze dann ihre Energie in ausgewählte Triebe stecken. Selbst direkt am Stamm wachsen große Tomaten heran die am Ende vollständig ausreifen werden. Nach dem Ausgeizen ist vor dem Ausgeizen. Neue Triebe kommen immer wieder und deshalb ist es wichtig, regelmäßig die Tomatenpflanze zu pflegen. Bei kontinuierlicher Kontrolle sind Tomaten leicht zu pflegen.

Um nicht versehentlich Blätter statt Triebe abzuschneiden, sollte der Trieb immer ein kleines Stück wachsen können. So ist gut zu erkennen ob es wirklich ein Trieb ist oder ein Blatt am Stamm.

Hinweis: Die Seitentriebe die beim Ausgeizen abgeschnitten werden, können auch selbst neue Wurzeln bilden und dadurch eigene Tomatenpflanzen werden. Meist nutzt man aber erst die Triebe, die am Ende der Saison von den absterbenden Pflanzen abgeschnitten werden.

Tomaten wässern / gießen

Tomaten können mit viel Wasser gut wachsen und mit wenig Wasser ebenso. Wie du deine Tomaten gießt, wirkt sich am Ende auch auf das Aroma der Tomaten aus. Du kannst Tomaten immer auf einem gut gewässerten Boden wachsen lassen. Dies macht die Frucht jedoch dünnhäutig und gibt ihnen eine weiche Schale und ein sanftes Aroma. Möchtest du Tomaten mit einem starken Aroma, solltest du den Versuch wagen, deine Pflanzen nur sparsam zu gießen und ihnen auch trockene Tage zu gönnen. Durch wenig Wasser bilden sie eine feste Schale und haben später ein ausgeprägtes Aroma. Den Unterschied merken vor allem die Leute, die bisher eher auf Tomaten aus dem Supermarkt setzen! Du solltest mehrere Pflanzen unterschiedlich viel wässern um festzustellen wie dir Tomaten ab besten schmecken.

Tomaten gießen bewässern

Staunässe ist für Tomatenpflanzen schädlich. Die Pflanzen mögen eine konstante Wasserversorgung und am besten auch stets nach der gleichen Methode. Ein einfacher Trick ist es, wenn eine PET-Flasche genutzt wird. Den Boden der Flasche entfernen und diese kopfüber in die Erde zu jeweils einer Tomatenpflanze stecken. Anschließend die Flasche täglich mit Wasser füllen. Hierdurch nimmt sie die Pflanze die benötigte Wassermenge und du hast die Chance, täglich die gleiche Menge Wasser aufzufüllen.

Bevor Tomatenpflanzen Früchte tragen, benötigen sie täglich etwa 500 ml Wasser. Es sollte aber immer geprüft werden ob der Boden tatsächlich 1 bis 2 cm tief trocken ist. Denn zu nasser Boden tut der Pflanze nicht gut. Trägt sie die ersten Früchte, geht man von 150 ml pro Frucht am Tag aus. Hierdurch kannst du für jede Pflanze ihren individuellen Wasserbedarf errechnen.

Hinweis: Tomatenpflanzen sollten immer am Boden bewässert werden. Nasse Früchte und Blätter sind schädlich. Daher niemals mit der Gießkanne, dem Rasensprenger oder anderen Hilfsmitteln von oben bewässern. Optimale Bewässerung kann bei Tomaten auch mit einem Tropfschlauch im Erdreich erzielt werden.

Tomaten ernten

Nach der Pflege der letzten Monate, steht nun die Tomatenernte an. Die Erntezeit orientiert sich an der Tomatensorte und dem Standort sowie der Witterung. Bei guter Witterung in den letzten Monaten, sind viele Tomaten bereits im Juni und Juli für die Ernte bereit. Tomaten können aber grundsätzlich bis Oktober geerntet werden. Tomaten werden als fertig gereifte Früchte geerntet, nicht grün, um dann später zu reifen, sondern vollendet.

Der Zeitpunkt der Ernte wirkt sich – genau wie die Bewässerung – auf den Geschmack der Tomate aus. Ob du Tomaten morgens vor Sonnenaufgang erntest oder am späten Nachmittag, verändert das Aroma der Früchte.

Die Rotfärbung deiner Tomatenfrucht zeigt dir ob sie bereits fertig ist. Da es jedoch auch grünbleibende Tomatensorten gibt, machst du am besten eine Druckprobe. Wenn die Frucht beim leichten Eindrücken mit dem Finger etwas nachgibt, ist sie bereits reif. Nicht alle Früchte sind gleichzeitig reif, daher warte nicht bis eine ganze Rispe (dies ist der Teil einer Pflanze mit seinen Zweigen) reif ist, sondern nimm immer die bereits fertigen Tomaten ab – normal sind die Früchte direkt am Stamm früher reif als weiter außen wachsende Tomatenfrüchte. Die übrigen Tomaten werden in den kommenden Woche noch reifen. Du hast dafür nicht gleich eine ganze Wanne voller Tomaten, sondern nur so viele wie auch weiterverarbeiten und essen kannst.

Du kannst deine Tomatenpflanzen bis zuletzt unterstützen. Schneide die Zweige der gereiften Tomaten immer ab, damit die Pflanze ihre Energie auf die übrigen Früchte konzentrieren kann. Tomatenpflanzen brauchen beim Schnitt eine sehr scharfe Schere. Am besten eine gute Rosenschere. Wenn die Tomatenpflanze leer ist, wird sie absterben und muss deshalb nicht zurückgeschnitten werden.

Tomaten nach der Ernte lagern

Tomaten sollten nach der Ernte entweder direkt verarbeitet werden oder in einer Schale an einem schattigen Ort aufbewahrt werden. Der Kühlschrank ist nicht geeignet. Tomaten bilden im Kühlschrank Ethylen. Dadurch verderben andere Gemüse die sich ebenfalls darin befinden. Zudem verändert die Lagerung im Kühlschrank den Geschmack. Am besten die Tomaten in einen Holzkorb legen und dann im Schrank aufbewahren. Die Temperatur sollte bei 14 bis 17 °C liegen und Sonnenlicht ist zu vermeiden.

Fazit

Eigene Tomaten ziehen, pflegen und ernten ist gar nicht so schwer. Es sind nur wenige Grundlagen die du beachten solltest. Hast du am Ende starke Früchte, kannst du diese aufschneiden und dort die kleinen Samen (viele nennen sie auch Kerne) entnehmen. Die Samen musst du sofort trocknen und dann bis zur Aussaat in der kommenden Saison aufbewahren. Lagere die Samen nicht auf Küchenpapier sondern auf einem Holzbrett etc. Sonst kleben die Samen an. Feuchtigkeit solltest du vermeiden da sie sonst gammeln.

Jetzt viel Freude mit deinen eigenen Tomaten!

Tomaten geschnitten - Samen entfernen

Bildnachweise: Wir bedanken uns bei folgenden Urhebern für die Bereitstellung ihrer Werke!

Teaserbild: Anna Shkolnaya, shutterstock.com
Beitragsbild: Petra Schueller, shutterstock.com
Tomaten gießen: Anetlanda, shutterstock.com
Tomate geschnitten: SJ Travel Photo and Video, shutterstock.com

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